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Ort Lüssow Chronik 1228 - 1945
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1228
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erste urkundliche Erwähnung ( in einer Grenzbeschreibung )
ursprüngliche Schreibung: Lutzowe
später: Lussow
heute: Lüssow
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15. Jhd.
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Das Dorf war „mehreren Familien zu Lehn aufgetragen“, u.a. der ritterlichen Familie von Owstin auf Quilow, einem alten schlossgesessenen adligen
pommerschen Geschlecht (lt Lehnsbrief von 1485). Im 15. Jhd. ist die Kapelle des Ortes vermutlich entstanden (spätgotische Chorkirche).
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1614
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Herzog Philipp Julius verlieh dem Oswald Suawe (Schwabe) zu Schmatzin ...2 Höfe in Lüssow als neue Lehne
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16 Okt. 1645
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pfändete der Factor Berend Wulffrath auf 50 Jahre von Jochen Cuno Owstin dessen Anteil in Lüssow für 17 000 Goldgulden (18 Landhufen den Hornschen
Hof in Lüssow mit 2 Landhufen in Ranzin + Krugstelle, 5 Landhufen im Gute Owstin)
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1647
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wurde er von der schwedischen Königin Christina in den Schwedischen Adelstand erhoben (von Wulffrath). Er bediente sich aber nach deutscher
Adelsgewohnheit des Namens „von Wolfradt“. In den Folgejahren erwarb er die Güter Schmatzin, Udars, Gagern und Hiddensee sowie 2 Höfe in Polzin, später die schwedischen Torstorpschen Güter (Nordhalland).
„Der deutsche Krieg, der Millionen Menschen getödtet, theils als Bettler in die weite Welt getrieben hatte, ohne der unzähligen Gräulthaten der Verwüstung durch Sengen und Brennen zu gedenken, hatte
diesen einzigen Mann reich gemacht.“ (Berghaus).
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1654
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Nach dem Abgang der Familie Schwabe gehörte Polzin dem Capitain Bengt Börsen, von dem es Berend von Wolfradt 1654 käuflich erwarb. Im gleichen Jahr
wurde er auf dem Ritterhause zu Stockholm eingeführt. Er starb 1660. Hermann IV v. Wolfradt, geb. 1629 in Lüssow, ältester Sohn des Factor Berend Wulfrath, wurde Stifter der Pommerschen Linie.
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1665
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Er, Kanzler der Kgl. Regierung, ließ die stark verfallene Kapelle in Lüssow aus seinen Mitteln reparieren. Es waren 2 Glocken vorhanden, wozu noch
eine aus der zerstörten Kapelle Schmatzin kam, welche aber desolat und bald ausgesondert wurde. Kanzel: 1630/50 Altardecke: Mitte d. 17. Jhd., Flachsstickerei in farbiger Seide 2,20 x 1,75
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1666
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Kirchenlehn gehört dem Hofrath Hermann von Wolfradt (Patron) zum Kirchspiel Ranzin gehören: Rantzien, Schmatzien, Oldenburg, Lüssow, Pretzkow,
Balitz, Jasedow, Gribow „Die Schmiede Lüssow hat mit Garten und Wurthland ungefähr 2 Morgen Acker und ein Stück von 2 guten Scheffel Saat, nahe Pretzkow am Seeblank belegen. Sie kam in den Kriegsunruhen herunter,
die Schmiedegeräte kamen abhanden.“
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24. April 1670
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erwarb Hermann IV v. Wolfradt durch einen Kaufcontract mit den Erben des Jochen Cuno von Owstin alles, was sein Vater nur pfandweise erhalten
hatte.
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1671
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Königliche Bestätigung über den Kaufcontract
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1671
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erwarb er durch Ankauf 2 Bauernhöfe in Neetzow vom Prediger Glandt (Anklam)
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August 1694
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geometrische Vermessung des Edelhofes Lüssow durch die Schweden
In der Kirchenmatrikel ist Lüssow zu 30 Landhufen, darunter
8 kultivierte und 6 öde Ritterhufe und 16 steuerpflichtige Landhufe berechnet.
Die Lüssower Erbpächter können in der Peene auf 9 Morgen, 150 Ruthen fischen.
Einwohner: 1. Des seligen Kanzlers Wolfrath´s Witwe, die jetzt Lüssow besitzt
2. Petter Popp Vollbauer
3. Hans Seltrecht Vollbauer
4. Michael Kuur Vollbauer
5. Hans Kuur Kossat
6. Niels Marsen Kossat
7. Michael Slichtkrull Kossat
8. Jonas Gustaff Müller
9. Christian Knopel Schäfer
10. Martin Stofhaas Kuhhirte
11. Andris Bartel Schmied
und zwei Einlieger
Gesinde: 3 Hacker
2 Knechte
4 Mägde
1 Junge werden auf dem Edelhof gehalten.
Jeder Bauer benötigt Knecht und Magd, aber jeder Kossat behilft sich mit einer Magd.
Arbeitsvieh: 8 Ochsen
8 Pferde werden auf dem Edelhof gehalten.
Jeder Bauer benötigt 4 Ochsen und 6 Pferde. Jeder Kossat behilft sich mit 2 Ochsen und 2 Pferden.
Schäferei: 800 Schafe Bienen haben auf der Lüssower Feldmark ihre Nahrung. Dreifelderwirtschaft
Es gab: - eine Schmiede
- eine Mühle
- eine Kapelle + Glockenstuhl mit 2 Glocken
( „Kirchssteig“ nach Ranzin )
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1702
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Witwe des Kanzlers Hermann v. Wolfradt, Christina Rehnskiöld (Rehnschildt,Reinschild), schenkte der Kapelle zu Lüssow eine Glocke
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1724/25
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General Carl Gustav von Wolfradt ließ 1724 die Glocke umgießen In diese Zeit fällt die Schaffung des Altaraufsatzes ( Kiefernholz auf
gemauerten Altarblock ) durch Elias Keßler aus Stralsund Altarschranke (Eiche) Aufgang und Schalldeckel der Kanzel gleiche Zeit; vermutlich auch Elias Keßler Taufengel (Holz) von Elias Keßler,
Stralsund; Höhe: 0,84 m, vor der Mitte der Altarschranke stehend, in den erhobenen Händen die muschelförmige Taufschale; Lesepult ebenfalls von . K. , Lindenholz, Höhe: 1,52;
Kelch: 2. Hälfte d. 18. Jhd., Silber, vergoldet, Höhe: 0,29, Totenkranzkonsolen( Kiefernholz) Durch Auszahlung der Söhne und für Ansteuern der Töchter mußten mehrere Güter verkauft werden.
„Der Kanzler hinterließ aus seiner Ehe mit Christine,...Rehnschild Tochter,... 7 Söhne und 6 Töchter.“
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1732
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„Das Gut Owstin ging 1732 in den Pfandbesitz des Bürgermeisters Christoph von Corswant für ein Pfandkapital von 5000 Thlr. über“
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1742
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„Der Antheil in Ranzin war durch Relution schon vor 1742 an dieses Gut zurückgefallen.“ (gerichtl. Vergleich)
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1748
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war das Gut Owstin „durch gerichtl. Vergleich von den Corswanten für 6500 Thlr. reluiert“ (in Wolfradtschen Besitz zurückgegangen)
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1767
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Einwohner: 102
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1768
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17. Sept.: Vergleich zwischen den v. Wolfradtschen Brüdern Bleichert Ludwig (1736-1823 ) und Ernst Hermann (1710-1780 )Bleichert erhielt die Güter
Lüssow und Owstin sowie den Anteil in Polzin für 30.000 Thlr.; Ernst ging nach Torstorp / Schweden
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1801
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Taufregister nennt am 6. Sept. erstmals einen Schulmeister in Lüssow; Carl Gau (+ April 1828)
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1814
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„Der nach Lüssow gehörende Antheil von Balitz wurde an den Major Hans Felix Conrad v. Gloeden für 11600 Thlr. verkauft.“
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1819
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Einrichtung eines Grenz-Kontroll-Punktes (Binnengrenze) in Lüssow (Preuß. Provinz Pommern / Peene als Grenzfluß)
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1822/23
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Reparatur / Restaurierung der Kapelle durch den Besitzer des Gutes Lüssow mit einem Kostenaufwand von 400 Talern
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1828
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erstmals Schulbetrieb im neuen Schulhaus (Lehrer Johann Jakob Kahlemann); Baukosten ca. 1800 Rtl (Schulordnung von 1837)
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1829
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Glocke wurde auf Kosten des Enkels Carl Gustav v. Wolfradts, Hermann v. Wolfradt erneut umgegossen (von Simon Zach, Stralsund)
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1831
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2 Altarleuchter von englischem Zinn von einem Einwohner zu Lüssow der Kapelle geschenkt,
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1835
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„Am 29. December brannte in Lüssow ein Zweiwohnungs-Kathen ab.“
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31. März 1836
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brannten in kurzer Zeit 7 Katen nieder, so daß die 20 darin wohnenden Familien ihrer sämtlichen Habe beraubt wurden: Die Not war
groß! Es kam jedoch von überall Hilfe. Im gleichen Jahr ließ die Lüssower Gutsherrschaft 7 neue massive Wohnhäuser erbauen, wodurch das Dorf an Regelmäßigkeit gewann.
In dieser Zeit hatte Lüssow 184 Einwohner
Schulkinder: 28 Knaben
22 Mädchen
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1839
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Testament des Hermann Wilhelm Carl Gustav v. Wolfradt auf Lüssow vor Köngl. Hofgericht zu Greifswald vollzogen. Die Güter Lüssow, Polzin und
Owstin waren bis zu der Zeit stets Familienbesitz der von Wolfradt. Im erwähnten Testament vermacht der letzte Besitzer von Lüssow seinem Vetter Achim von Voss alle Güter außer Owstin. (lebenslänglichen Nießbrauch
für seinen ehem. Erzieher und Mentor Carl Weitenkampf für Gut Owstin)
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23.12.1841
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starb Hermann W. L. G. von Wolfradt ohne Nachkommen. Als neuer Besitzer wird Achim von Voss-Wolfradt genannt.
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1843
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Erbbegräbnisstätte der Familie v. Wolfradt erbaut, am 15. Juni
von Pastor Wiese eingeweiht und die Leichen des verstorbenen Hermann v. Wolfradt und seiner Eltern dorthin umgesetzt
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1847
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Lüssow: Rittergut, Prov. Pommern, Reg.-Bez. Stralsund, Krs. Greifswald Landwehr: Bataillon 3, Regiment 2, Brigade 3 Häuser: 15
Seelen: 205
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1857
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26 Schüler; Einkommen des Lehrers ges. 147 Rtl
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1859
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Gemeindebezirk Lüssow : a) das Rittergut Lüssow
b) die Kirche
c) die Schule mit den dazugehörigen Grundstücken
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1865
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195 Seelen (28 Familien) darunter : 1 Pächter
3 Verwalter
1 Wirtschafterin
7 Knechte und Jungen
13 Mägde
38 Tagelöhner
8 Handwerker
2 Dienstboten des Gewerbes
2 Dienstboten der Herrschaft
1 Erzieher
Lüssow besaß : 1 Schule
14 Wohnhäuser
23 Wirtschaftsgebäude
Mühle (Müllerhaus im Ort)
Kirche
Schmiede
Spritzenhaus
dazu : 2401 Mg Ackerland
6,5 Mg Garten
590 Mg Wiesen
234,5 Mg Weiden
122,5 Mg Holzung
20 Mg Wege
44,5 Mg Flüsse
41 Mg Hofraum
3260,5 Mg ganze Feldmark
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1866
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Bau einer Ziegelei
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1867
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Einwohner: 195 Gebäude: 39
Schüler: 31
Lehrer: 1 / 76 Rt Bargehalt
130 qR Garten,
40 qR Acker / Weide
1 Kuh, 2 Schweine
2 Gänse mit Jungen
12 Scheffel Roggen
6 Scheffel Erbsen
9 Scheffel Gerste
6 Scheffel Hafer
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1867/68
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Schloss erbaut / fertiggestellt Park angelegt (durch Gräfin v. Behr-Negendank, verheiratete v. Voss-Wolfradt, veranlasst)
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1871
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Einwohner: 218 Häuser: 15 Haushaltungen: 26
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1874
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Amt Ranzin: Amtsvorsteher ist Rittergutsbesitzer Homeyer auf Ranzin
Stellvertreter ist Oberamtmann Heydemann zu Krebsow besteht aus den Gütern: Ranzin + Wilhelmshöh, Gloedenhof, Gribow,
Oldenburg, Lüssow, Schmatzin, Züssow, Krebsow, Nepzin, Radlow und Thurow
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1875
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Einwohner: 210 Flächeninhalt des Gutes: 832 ha
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1877 - 78
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völliger Umbau der Kapelle in Lüssow Herr v. Voss-Wolfradt baute aus Familienmitteln zunächst einen dreigeschossigen Kirchturm und
restaurierte das ganze Innere der Kirche sehr geschmackvoll.Erhaltene alte Schnitzarbeiten wurden dabei rekonstruiert, das Gestühl und die Altarbrüstung erneuert, die Decke quadratisch getäfelt, der
Fußboden mit Metlacher Kacheln gepflastert und die Malerei von einem Greifswalder Maler erneuert. Die Fenster, die in den neuverblendeten Mauerflächen liegen, stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Die Hauptzierde wurde
aber die neue Orgel. 25. Juli 1878 wurde die neue Kirche geweiht.
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um 1888
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Gutes Erntejahr hat viel Geld eingebracht: es wurde eine Mauer um Eiskeller und Hof errichtet (mit einer gepflasterten Auffahrt, einer Pforte
hinten und einem Tor vorn)
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1904
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2. April 1904 verstarb Achim von Voss-Wolfradt (Majoratsherr, Kgl. Kammerherr u. Major a. D., Herr auf Lüssow )
er hinterließ folgende Güter:
- Lüssow: Verwalter ist Lüder 806 ha Fläche 55 Pferde, 125 Rinder, 750 Schafe, 200 Schweine
Amts- u. Standesamtsbezirk Ranzin Kirchspiel Ranzin Amtsgericht Greifswald
- Konsages: Pächter ist Carl Prützmann 287 ha Fläche 43 Pferde, 110 Rinder, 95 Schweine
Amts- u. Standesamtsbezirk Ziethen Kirchspiel Ziethen Amtsgericht Wolgast
- Kl.Polzin: Pächter ist Carl Prützmann (Konsages), Verwalter ist Franz Hecht, Administrator
218 ha Fläche 20 Pferde, 88 Rinder, 57 Schweine, Amts- u. Standesamtsbezirk Schlatkow-Quilow Kirchspiel Schlatkow-Quilow Amtsgericht Wolgast
- Owstin: Pächter ist Karl Donath 314 ha Fläche
35 Pferde, 118 Rinder, 130 Schweine Amtsbezirk Behrenhoff Standesamtsbezirk Gützkow Kirchspiel Gützkow Amtsgericht Greifswald
- Pentin: Pächter ist L. Kolbe
39 Pferde, 150 Rinder, 25 Schafe, 130 Schweine Dampfziegelei Amtsbezirk Behrenhoff Standesamtsbezirk Gützkow Kirchspiel Gützkow
Amtsgericht Greifswald
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1905
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Schnitterkaserne errichtet
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1911
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Besitzer ist Vicco v. Voss-Wolfradt, Majoratsherr und Rittmeister d. R.
- Lüssow: 63 Pferde, 125 Rinder, 750 Schafe, 200 Schweine -Consages: 282 ha; 44 Pferde, 110 Rinder, 150 Schafe
-Kl.Polzin: 211 ha; 16 Pferde, 70 Rinder, 10 Schweine Standesamtsbezirk Schlatkow; Amtsbezirk Ziethen -Owstin: wie 1905
-Pentin: wie 1905, jedoch ohne Pächter. Alle übrigen Angaben sind unverändert wie 1905.
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1912 / 13
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Umbau des ehemaligen Schulhauses zur Lehrerwohnung - Schulanbau errichtet
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1913
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152 Einwohner
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1914
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Dem Kgl. Kammerherrn Vicco von Voss-Wolfradt gehören die Güter: - Lüssow: Verwalter ist Kolbatz
72 Pferde, 125 Rinder, 140 Schafe, 250 Schweine
-Consages: 44 Pferde, 110 Rinder, 150 Schafe -Kl. Polzin: wie 1911 -Owstin: wie 1911
-Pentin: 39 Pferde, 190 Rinder, 130 Schweine
Ansonsten sind alle Angaben wie 1911.
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1917
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ein Wohnhaus in der Dorfstraße abgebrannt (wieder errichtet, mit Dachgaube / Haus Nr.17)
eine Kirchenglocke mußte zu Kriegszwecken abgeliefert werden
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1921
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alter Schafstall (Speicher) und Schweinestall ( 2 Gebäude ) abgebrannt; wohl alle Schafe und Schweine verbrannt
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1922
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beide Stallgebäude auf den Überresten der Feldsteinmauern neu errichtet
Kammerherr von Voss-Wolfradt auf Lüssow besaß folgende Güter: - Lüssow: wie 1914, jedoch ohne Verwalter
- Consages: Pächter ist immer noch Prützmann Verwalter ist Kagelmacher 45 Pferde, 110 Rinder - Kl.Polzin: 16 Pferde, 79 Rinder 15 Schweine
- Owstin: Pächter ist Amtsrat Wette Verwalter ist Hermann Schate, 40 Pferde, 188 Rinder, 130 Schweine - Pentin: wie 1914
Alle übrigen Angaben blieben unverändert.
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1925
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Kirche erhält eine neue Glocke; gestiftet vom Kammerherrn Vicco von Voss und seiner Gattin Elisabeth Gräfin von Pfeil Einweihungs- und
Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen im ersten Weltkrieg am 18 Okt.; Gedenktafeln in der Kirche Lüssow Bildung eines Motorspritzenverbandes durch alle Gutsbesitzer In Abhängigkeit vom Gutsvermögen mußten
Anteile an den Spritzenverband abgeführt werden. Herr von Voss konnte nicht bezahlen, bezeichnet sich als konkurs. In dieser Zeit wurden vermutlich auch die Güter Consages und Klein Polzin veräußert.
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1927
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Klein Polzin wurde aufgesiedelt.
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27.12.1927
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Gesetz über die Auflösung der Gutsbezirke: Ziel waren leistungsstarke Landgemeinden durch Zusammenschluss mehrerer Gutsbezirke, des ehem.
Gutsbezirkes mit einer Gemeinde oder Bildung einer eigenen Gemeinde.
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1928
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Rittergutsbesitzer Vicco von Voss-Wolfradt auf Lüssow besaß noch folgende Güter:
-Lüssow: Verwalter ist v. Müller -Owstin: Verwalter ist Vicco von Voss (Sohn)
-Pentin: Verwalter ist Achim von Voss (Sohn) Alle drei Güter haben sich in Fläche und Viehbestand seit 1922 nicht verändert.
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1933
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556 Einwohner
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1938
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Neuabgrenzung der Amtsbezirke Bildung der Gemeinde Quilow aus den bestehenden Gemeinden Schlatkow, Lüssow und Quilow mit folgenden Orten: Owstin,
Pentin, Lüssow, Paetschow, Vitense, Schmatzin, Groß Polzin, Schlatkow, Groß Jasedow, Quilow, Wolfradshof Auflösung des Amtsbezirkes Ranzin; Gemeinde Quilow gehört zum Amtsbezirk Ziethen
Kommissarischer Bürgermeister der Gemeinde Quilow wurde Schmiedemeister Fritz Graupner (Lüssow). Das ehemalige Spritzenhaus wurde zum Traktorenschuppen umgebaut. Die Spritze fand ihren neuen Platz im
Wagenschuppen der Scheune (Obstgarten).
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1939
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Rittergut Lüssow: Besitzer ist Vicco von Voss-Wolfradt, Kammerherr, Rittmeister a. D.
Verwalter ist sein Sohn Achim von Voss 821 ha Fläche 57 Pferde, 200 Rinder, 630 Schafe 420 Schweine
Zum Besitz gehört nur noch das Rittergut Owstin: 119 ha Fläche 12 Pferde, 59 Rinder, 140 Schweine. Das Rittergut Pentin gehört 1939 Werner Lehmann, Rittmeister a. D.
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II. Weltkrieg
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Gesunde und arbeitsfähige Männer des Ortes waren im Kriegsdienst. Für die Arbeiten auf den Feldern und dem Gut wurden Zivilrussen und -polen
(wohnten in der Schnitterkaserne) sowie Kriegsgefangene (Russen, Franzosen) vom Gutsherrn angefordert.
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1945
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30. April 1945 Die Familie von Voss wählte den Freitod. Vicco AugustJosias Karl Gustav Degener Max v. Voss-Wolfradt, seine Frau Elisabeth
Gräfin v. Pfeil und Kleinellguth die Tochter Caroline Sophie Marie Gabriele Eva, deren Sohn Clemens (2 Jahre alt) sowie die Sekretärin des Gutes.
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Ende der Gutsherrschaft Bodenreform
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