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Zur Geschichte der Ranziner Kirche

1228 Wird Ranzin erstmals in einer Urkunde des Herzogs Barnim I. als "Randessyn"erwähnt. Die Schreibweise verändert sich schließlich zu "Ranzin" (wahrscheinlich schon 1514).
1249 Gibt es in Ranzin einen Pastor (Plebanus) Hermanus. Um diese Zeit wird auch die Kirche eine als chorlose rechteckige Saalkirche aus Feldsteinen gebaut. Das spätgotische Kreuzrippengewölbe ist heute zum Teil erhalten.
1315, 1357, 1407 Aus diesen Jahren sind in der Grabplatten eingelassen, die jeweils einen Angehörigen der Familie von Horn ehren. Sie gehören zu den ältesten erhaltenen Grabdenkmälern Vorpommerns.
14 Jh. Aus diesem Jahrhundert stammen die wertvollen Wandmalereien an der Ostwand des Altarraumes, die bei der Renovierung 1966/76 freigelegt wurden. Dargestellt werden die Erschaffung Evas aus der Rippe Adams (1. Mose 2, 21 und 22), der Sündenfall (1. Mose 3, 6) und die Vertreibung aus dem Paradies (1. Mose 3, 23 und 24).
1645 Pfändet Berendt Wolffradt die Güter Lüssow und Schmatzin und wird dadurch Patron der Kirche in Ranzin.
1647 Die schwedische Königin Christine erhebt erhebt Berendt Wolffradt in den Adelsstand. Schmatzin wird 1652 und Lüssow 1670 Erbeigentum der Familie von Wolffradt. Seit dieser Zeit bis 1945 waren die von Wolffradts durch ihre Patronatsschaft verantwortlich für die baulichen Belange der Ranziner Kirche.
1666 Die Kirche ist stark baufällig, insbesondere der sich auf dem spätgotischen Feldsteinunterbau befindlichen Holzturm weist große Schäden auf und muß ausgebessert werden.
1736 Um das Kollektengeld besser zu verwahren, stiftet der Patron Carl Gustav vonWolffradt eine eisenbeschlagende Truhe aus Holz. Die Inschrift auf der Innenseite des Deckels nennt sie "Gotteskasten".
18 Jh. Aus diesem Jahrhundert stammt der 14-armige Leuchter.


Die Ranziner Kirche

1822 Der wieder baufällig gewordene Kirchturm wird neu aufgebaut.
1845 Kauft die Familie Homeyer, eine Wolgaster Großhändlerfamilie, das heruntergewirtschafte Gut Ranzin und baut es zu einem Mustergut für ganz Deutschland aus. Von dieser Zeit finanzieren sie als "Bauherren der Ranziner Kirche" die Um- und Neubauten der kirche, so eine umfassende Renovierung 1851, bei der Gestühl, Altar und Kanzel in neugotischen Stil erneuert werden sowie eine schadhafte Glocke umgegossen wird.
1861 Der bisheige Holzturm wird auf alleinige Kosten der Gebrüder Homeyer durch einen massiven Turm mit achteckiger Pyramidenspitze ersetzt. Im selben Jahr schenkt Frau Homeyer aus Wolgast der kirche eine neue Orgel.
1874 Die Kirche erhält, ebenfalls ein Geschenk der Frau Homeyer, einen Taufstein aus Marmor.
1890 Aus der Zeit der Jahrhundertwende stammen die qualitativ hochwertigen Glasmalereifenster, gestiftet von der Familie Runge, die 1890 durch den Kauf des Gutes Schmatzin das Mitpatronat der Kirche Ranzin erhält.
1912 Die Orgel, die sich heute in der Kirche befindet, wird von der Stettiner Orgelbaufirma Grüneberg eingebaut.
1966/67 Die letzte umfassende Renovierung der findet statt. Dabei wird die neugotische Altarwand durch eine neues Ensemble von Altar, Kanzel und Taufstein ersetzt. Ein neues, von L. Mannewitz (Stralsund) geschaffenes Buntglasfenster wird in der Ostwand eingesetzt. Durch die Großzügigkeit des Bauern Wilhelm Gerling können zwei neue Glocken als Ersatz für die während des Krieges eingeschmolzenen angeschafft werden.
1970 Die zwei neuen Glocken werden geweiht. Eine dritte Glocke ist vermutlich mittelalterlich.
1989-1993 Aufgrund von Sturmschäden wird der Kirchturm mit finanzieller Unterstützung der Partnergemeinde aus Itzehoe nei eingedeckt.
1996 Eine Sammlung in West und Ost ermöglicht die Generalreparatur der Grünebergorgel.
Weitere dringende Sanierungsaufgaben stehen der kleinen Kirchgemeinde bevor. Da diese nicht aus eigener Kraft zu schaffen sein werden, bitte die Kirchgemeinde dringend um Spenden, für die auf Wunsch auch eine Spendenbescheinigung ausgestellt wird.
Konto der Kirchgemeinde Ranzin:
Volksbank Greifswald
Kto.-Nr.: 1028391
BLZ: 130 610 28


Quelle: Informationblatt der Kirchgemeinde Ranzin

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