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Erste Besiedlungen des Raumes Gützkow
Die ältesten Funde aus dem Raum Gützkow stammen aus der mittleren
Steinzeit (etwa 5500 - 3800 v.Chr.). Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Steinwerkzeuge. So wurden z.B.
sehr gut erhaltende Steinbeile in der Feldmark von Gützkow und Wieck, sowie in Upatel am Friedhof gefunden.
Ein weiterer Beweis für die frühe Besiedlung Gützkows ist das bis 1818 hinter dem Schiefenberg gelegene
Hünengrab, wovon 3 Gemälde (Dresden) und 2 Skizzen des Greifswalder Malers Caspar David Friedrich existieren.
Es wird der Jungsteinzeit (3800 - 1800 vdZ) zugerechnet, 1818 ließ Bürgermeister Pütter es zur
besseren kommerziellen Nutzung sprengen.

Während der Ausgrabungen auf dem rekonstruierten Kirch- und Marktplatz
im Jahr 2000 wurden erhebliche Funde aus der Jungsteinzeit getätigt, darunter auch Keramik der Trichterbecherkultur,
Saatgut (!) und viele andere Artefakte. Die umfassende wissenschaftliche Auswertung dieser Funde ist noch nicht
abgeschlossen, sie belegen aber eindeutig die frühzeitige Besiedlung von Gützkow. Siehe dazu Jubiläumsbuch
"875 Jahre Gützkow", dort ist ein Vorabdruck der Grabung enthalten.
Auch für die nachfolgende Bronzezeit (etwa 1800 -700 v.Chr.) gibt es mehrere Funde aus der Umgebung Gützkows.
Die meisten archäologischen Beweise aus dieser Zeit wurden zwischen dem Fährdamm und dem Kosenow-See
gefunden. Es handelt sich hierbei um 20 Halsringe, 3 Zierscheiben eines Pferdegeschirrs und einer Lanzenspitze.
Es wurden aber auch Funde in Dambeck, Schmatzin und auf dem Alten Brechen gemacht. Da Metalle, welche für
die Bronzeherstellung benötigt werden, in unserem Raum nicht vorhanden sind, kann man davon ausgehen, daß
bereits zu dieser Zeit die Peene als Handelsweg genutzt wurde.


Aus der nun folgenden Eisenzeit (ca.700 v.Chr. - Beginn unserer Zeit) liegen
mehrere Funde vor. So einige Kleinfunde am Turmhügel "Stüer Gützkow". Die Römische
Kaiserzeit (0 - 400) ist durch Funde und mehrere Siedlungsnachweise in und um Gützkow belegt. Auf der Wiecker
Feldmark wurden 1997 beim Bau der Erdgasleitung viele Urnengräber aus der Eisen- und nachfolgenden Römischen
Kaiserzeit gefunden.
Seit der ausgehende Bronzezeit siedelten Germanen in diesem Raum. Welcher Stamm nun jedoch den Raum um Gützkow
bewohnte, konnte bis heute noch nicht festgestellt werden.
Lediglich die Völkerwanderungszeit (400 - 600) ist in Gützkow, wie in fast allen Teilen Pommerns, nicht
belegt, es gibt nur vereinzelte Restsiedlungskammern. Für Gützkow gibt es dazu keine Nachweise.
Das es bereits frühzeitig zu einer Besiedlung des Raumes Gützkows kam, liegt vor allem an den natürlichen
Voraussetzungen. So fanden frühere Bewohner in der Umgebung gute Möglichkeiten für die Jagd und
den Fischfang. Ab der jüngeren Steinzeit gingen die Bewohner dann dazu über, Ackerbau und Viehzucht zu
betreiben. Das wichtigste Haustier war dabei das Rind, wie Knochenfunde bewiesen haben, es wurden aber auch Schwein,
Schaf und Ziege gehalten. Zu Hauptnutzpflanzen, welche angebaut wurden, zählen Gerste, Hafer, Weizen, Hirse
und Flachs. Sie wurden aber nur in sehr geringen Umfang angebaut. Als Süßstoff wurde zu damaliger Zeit
Honig genutzt, so das man annehmen kann das ebenfalls Imkerei betrieben wurde. Zur Hauptnahrung, welche aus Fleisch
und Milch bestand, wurden zur Abwechslung auch Eicheln und Haselnüsse gesammelt.
Das Gützkow zu damaligen Zeit eine herausragende Rolle in der Politik der Umgebung inne hatte, läßt
sich dadurch vermuten, das sich auf dem Hasenberg eine germanische Thingstätte befunden haben soll (?). Ein
weiterer Beweis für die Siedlung von Germanen in der Umgebung Gützkows, kann man an der Gützkower
Kirche finden. Hier befindet sich vor der Nordseite der Kirche, zwischen zwei Birken, ein Stein auf welchem einige
germanische Runen eingemeißelt wurden. Der Runenstein wurde 1938 bei der Apotheke im Fundament des abgerissenen
Stadttores gefunden, ist aber nie wissenschaftlich untersucht und datiert worden.
Bildmaterial bereitgestellt von Wolf-Dietrich Paulsen
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