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Grafschaft Gützkow 1219 - 1356 Nachdem das Fürstentum Gützkow unter die Herrschaft der pommerschen Herzöge fiel, wurde das Land Gützkow in eine Kastellanei umgewandelt. Das es sich bei den Kastellanen um mächtige Adlige handelt, beweist das der Kastellan Wartislaw Dobroslawa, Tochter des Pommernherzogs Bogislaw II., heiratet. Nach dem Tode Wartislaw bleibt Dobroslawa Herrin des Landes Gützkow, und heiratet 1234 den deutschen Edlen Jaczo von Salzwedel, einem Bruder des pommerschen Bischofs Konrad III.. Sie beide gelten als Begründer des Gützkower Grafengeschlechts. In diese Zeit fällt auch der Bau einer Burg und eines festen Kirchengebäudes, welches 1241 erstmals erwähnt wird und somit zu den ältesten Kirchenbauten Pommerns gehört, sowie die Besiedlung Gützkows mit deutschen Siedlern. Das Stadtrecht wurde wahrscheinlich Mitte des 13. Jahrhunderts verliehen. Um 1300 wird Gützkow erstmals als Stadt bezeichnet. Um ihren Einfluß gegenüber dem Zisterzienser Klosters in Eldena zu stärken, legten Jaczo und Dobroslawa 1242 den Grundstein zum Franziskanerkloster in Greifswald. In der hier angelegten Familiengruft, wurden dann auch die meisten Mitglieder der Grafenfamilie beigesetzt. Die genaue Ausbreitung der Grafschaft läßt sich nicht mehr nachweisen, man kann jedoch annehmen das es die ehemaligen Gebiete des slawischen Fürstentums umschließt. Durch Heirat wurde dieses Gebiet noch ausgedehnt. So kam z.B. durch die Heirat Jaczo II. und Cecislawa v. Putbus 1262 die Grafschaft Spreu auf Rügen unter die Lehnshoheit der Grafen. Durch die Verbindung mit dem pommerschen Herzoghaus gelangen die Ortschaften Consages, Groß- und Klein-Bünzow an die Grafschaft. Durch die Bedeutung des Landes Gützkow und der Dienste der Grafen bei Sicherung des Landes nach Westen, gewannen die Grafen von Gützkow rasch an Bedeutung und eine relativ selbstständige Stelle innerhalb des Herzogstums. Dies spiegelt sich auch in den Heiraten wieder. So wählte König Waldemar von Schweden zu seiner dritten Ehefrau ein Gräfin zu Gützkow. Desweiteren verband sich die Grafenfamilie, wie bereits erwähnt, mit dem pommerschen Herrscherhaus und dem Hause Putbus auf Rügen, welche zu dem rügenschen Hochadel gerechnet werden kann. Jaczo III. verband sein Haus durch Heirat mit dem Hause Werle aus Mecklenburg. Ebenfalls für die Bedeutung der Grafenfamilie spricht das sie mehrmals in Urkunden als Zeugen genannt werden, so z.B. 1295 als Jaczo II. bei der pommerschen Landesteilung als Zeuge auftritt. Eine besondere Rolle spielte Graf Nikolaus, welcher 1319 durch den Herzog Pommern-Wolgast zum Oberrichter eines Sondergerichtes innerhalb des Peenegebietes ernannt wurde. Die Gützkower Grafen waren jedoch nicht nur Vasallen der Pommernherzöge, sondern selbst Lehnsherren waren. Zu ihren Vasallen gehörten die Familien von Behr, von Horn, von Heyden u.a. Es werden 18 Rittergeschlechte genannt, welche unter der Lehnshoheit der Grafen standen. Für Gützkow beriefen sie Kastellane, welche in der Regel auch ihre Vasallen waren. So wird 1330 der Kastellan Lippold von Behr erwähnt. Mit dem Tod des kinderlosen Johanns III. 1356, stirbt das Gützkower Grafengeschlecht. Die Grafschaft fällt an die Herzöge Pommern-Wolgast zurück, welche sie durch Kastellane verwalten lassen.
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